Energiemärkte, Gesetzgebung
Entwicklung der Netzentgelte Strom & Gas 2026 im Vergleich zu 2025
Die Netzentgelte 2026 stehen im direkten Zusammenhang mit regulatorischen und strukturellen Anpassungen im Energiesystem. Auf der Stromseite wirken kostendämpfende Effekte aus veränderten Verteilmechanismen, angepassten Erlösobergrenzen sowie regionalen Ausgleichsmechanismen spürbar entlastend für industrielle Abnehmer. Im Gasbereich hingegen schlagen Transformationskosten, neue Abschreibungsregeln und rückläufige Absatzmengen auf die Netzentgelte durch.
Strom-Netzentgelte 2026 – spürbare Entlastung
Die Auswertung der vorliegenden Netzdaten zeigt für 2026 eine netzbetreiberübergreifende Entlastung bei industriellen Abnehmern.
Arbeitspreise (ct/kWh)
- Breit angelegte Senkungen zwischen ca. –0,15 und ca. –2,25 ct/kWh, abhängig von Netzbetreiber, Spannungsebene und Benutzungsdauer.
Leistungspreise (€/kW)
- Rückgänge überwiegend im Bereich von ca. –0,20 bis ca. –33,50 €/kW, abhängig von Netzbetreiber, Spannungsebene und Benutzungsdauer.
Relevanz: Unternehmen mit hohen Leistungsspitzen (Metall, Automotive, Chemie, Lebensmittel) erzielen direkte Kostenvorteile. Lastmanagement gewinnt erneut an strategischer Bedeutung. Je höher der Jahresverbrauch, desto stärker wirkt die Senkung absolut. Energieintensive Betriebe profitieren deutlich.
Messstellenbetrieb
- überwiegend stabile Preise
- einzelne Anpassungen im Bereich +1–2 %
Einflussfaktoren – Strom
Die Entlastung ist strukturell bedingt durch:
- regulatorische Anpassungen
- teilweise höhere Netzauslastung
- regionale Kostenverschiebungen
2026 ist im Strombereich klar ein Entlastungsjahr für Industrieabnehmer.
Gas-Netzentgelte 2026 – moderater Anstieg
Im Gegensatz zum Strom zeigt sich im Gasbereich eine gegenläufige Entwicklung. Nach Veröffentlichungen des Bundeswirtschaftsministerium und Entscheidungen der Bundesnetzagentur steigen die Netzentgelte auf Fernleitungsnetzebene im Durchschnitt um rund 5,2 %.
Ursachen
- Rückläufige Gasabsatzmengen
→ Fixkosten verteilen sich auf geringere Transportvolumina
- Transformation der Gasinfrastruktur (Dekarbonisierung, Wasserstoffvorbereitung)
→ höhere Investitionen und vorgezogene Abschreibungen
- Neues Abschreibungsregime der Bundesnetzagentur
→ beschleunigte Kostenwirksamkeit
Entlastender Effekt
Zum 01.01.2026 entfällt die Gasspeicherumlage:
- Die Netzentgelte selbst steigen moderat.
- Die Umlagenentlastung wirkt jedoch dämpfend auf den Endpreis.
Für viele Industriekunden ergibt sich daher keine proportionale Mehrbelastung auf Gesamtkostenebene.
Handlungsempfehlungen für Industriekunden
- Zuwächse und Rückgänge bei den Netzentgelten in Energiekostenprognosen berücksichtigen
- Trennung von Commodity-, Netzentgelt- und Umlagenkomponenten zur Bewertung von Entlastungs- sowie Reduktionspotentialen
Individuelle Netzentgelte (§19 StromNEV)
Prüfung der Voraussetzungen:
- atypische Netznutzung
- hohe Benutzungsdauer
- planbare Lastverläufe
Bei energieintensiven Unternehmen kann hier ein signifikanter Hebel entstehen.
Begrenzung von Umlagen und Abgaben
Einordnung im Rahmen von:
- Besonderer Ausgleichsregelung (EnFG)
- Stromsteuer-Entlastungen
- ggf. Transformations- oder Effizienzprogrammen
Im Zuge der Veränderungen bei den Netzentgelten sowie der laufenden Anpassungen bei Umlagen und Abgaben im Strom- und Gasbereich ergeben sich für Unternehmen erhebliche Prüf- und Optimierungspotenziale.
Gerne unterstützt WME Sie bei der strukturierten Erhebung, Bewertung und Optimierung relevanter Netzentgelt- sowie Umlagenrelevanten Parameter – sowohl im Strom- als auch im Gasbereich.