Energieeffizienz, Energiemärkte, Fördermittel, Gesetzgebung
Strommarkt-Reform erhöht Bedeutung von Umlage- und Entlastungsregelungen für Industriekunden
Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Sicherung der Stromversorgung markiert einen grundlegenden Umbau des Strommarktes. Geplant sind unter anderem neue steuerbare Kraftwerkskapazitäten, Kapazitätsmechanismen, Reservekraftwerke sowie zusätzliche Systemdienstleistungen zur Absicherung der erneuerbaren Energien.
Für Industriekunden ist dabei weniger der reine Energiepreis entscheidend, sondern vor allem die zukünftige Entwicklung der regulierten Strompreisbestandteile.
Wesentliche Auswirkungen für Industriekunden
- Die Finanzierung der neuen Marktmechanismen wird sehr wahrscheinlich über zusätzliche bzw. steigende Umlagen, Netzentgelte und regulierte Kostenbestandteile erfolgen.
- Bereits heute zeigt sich ein deutlicher Anstieg umlagefinanzierter Kostenbestandteile, insbesondere bei Offshore-Netzumlage und KWKG-Umlage.
- Gleichzeitig steigt die politische Bedeutung von Entlastungsregelungen nach dem Energiefinanzierungsgesetz (EnFG) sowie weiterer stromkosten-bezogener Privilegierungen.
- Unternehmen ohne wirksame Begrenzungsregelungen werden künftig voraussichtlich einen überproportionalen Anteil der Systemkosten tragen.
- Die wirtschaftliche Relevanz von Stromkostenentlastungen entwickelt sich zunehmend von einem „Optimierungsthema“ zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor.
Handlungsempfehlung
Industrieunternehmen sollten bestehende und zukünftige Entlastungsinstrumente frühzeitig prüfen und laufend überwachen. Dazu zählen insbesondere:
- EnFG-Begrenzungen,
- Netzentgeltprivilegien,
- Lastflexibilitätsmodelle,
- Eigenversorgungs- und Direktstromkonzepte.
Die aktuelle Marktentwicklung spricht dafür, dass staatlich regulierte Stromkostenbestandteile in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen werden — unabhängig von der Entwicklung der Großhandelsstrompreise.