Energieeffizienz, Energiemärkte, Fördermittel, Gesetzgebung
Ausblick auf die EU Gebäuderichtlinie 2026 (EPBD)
2024 wurde die Novelle der Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Damit stand fest, welche energetischen Anforderungen in den kommenden Jahren auf Wohn- und Gewerbeimmobilien zukommen werden. Nun werden diese Anforderungen im Mai 2026 konkreter.
Wir geben gerne einen Ausblick auf wesentliche EPBD‑Inhalte nach Gebäudekategorien:
Wohngebäude
- Schrittweise Sanierung der energetisch schlechtesten Gebäude:
bis 2030 → 16 %
bis 2033 → 26 % - Einführung der neuen Energieausweis‑Skala A–G ab 2026
- Verbindliche Renovierungspflichten erstmals vorgesehen
- Pflicht zur Ladeinfrastruktur für Mehrfamilienhäuser mit ≥ 3 Stellplätzen
Nichtwohngebäude
- Einführung von Mindestenergiestandards (MEPS) im Bestand
→ frühere und umfangreichere Sanierungspflichten - Vorgaben zu digitalen Gebäudedatenbanken und Gebäuderessourcenpässen
- Mindestens ein Ladepunkt ab 20 Stellplätzen verpflichtend
Unternehmen
- Erfordernis einer frühen Investitions- und Modernisierungsplanung
- Voraussichtliche GEG‑Anpassungen mit strengeren Anforderungen
- Sanktionsrisiken bei fehlender Umsetzung ab Mai 2026
Was Unternehmen und Eigentümer bereits jetzt tun können:
Die verbleibende Zeit bis Mai 2026 ist begrenzt – insbesondere angesichts der Breite der kommenden Anforderungen. Daher empfehlen sich folgende Schritte:
- Umfassende Bestandsaufnahme
– energetischer Zustand, technische Anlagen, Parkflächen und Ladeinfrastruktur prüfen - Sanierungs- und Modernisierungsplanung
– Maßnahmen priorisieren und Kosten langfristig kalkulieren - Nutzung bestehender Förderprogramme
– staatliche Zuschüsse für energetische Modernisierung oder Ladeinfrastruktur einplanen - Frühzeitige Weiterentwicklung der E‑Mobilitätsstrategie
– insbesondere bei gewerblichen Parkflächen und Dienstwagenflotten
Wer heute plant, kann die Umsetzung deutlich effizienter gestalten und zugleich wirtschaftliche Vorteile nutzen.