Marktinformation
WME Marktinformation - September
Entwicklung der Großhandelspreise für Strom an der EEX
(Schlusskurs Peak EEX GERMAN POWER FUTURE – Stand: KW 35, 28.08.2026)
Entwicklung der Großhandelspreise für Gas
(Schlusskurs EEX THE NATURAL GAS FUTURE – Stand: KW 35, 28.08.2026)
Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 31 (30.07.2026)
| Lieferjahre | Preis in €/MWh | |
|---|---|---|
| 2027: | 119,48 | ⬆️ |
| 2028: | 98,10 | ⬆️ |
| 2029: | 87,71 | ⬆️ |
| 2030: | 80,88 | ⬆️ |
Preis in €/MWh Entwicklung zur KW 31 (30.07.2026)
| Lieferjahre | Preis in €/MWh | |
|---|---|---|
| 2027: | 50,295 | ⬆️ |
| 2028: | 34,254 | ⬆️ |
| 2029: | 28,048 | ⬆️ |
| 2030: | 25,553 | ⬆️ |
Terminmarkt
Strom
Der Stromterminmarkt zeigte sich im August weiterhin auf erhöhtem Niveau. Der EEX German Power Jahresfuture für Cal-27 notierte zum Monatsende bei rund 119,48 €/MWh und lag damit oberhalb des Niveaus von Ende Juli. Wesentliche Treiber waren der feste Brennstoffkomplex, die weiterhin angespannte Risikobewertung am Gasmarkt sowie ein höherer Risikoaufschlag infolge geopolitischer Unsicherheiten. Zusätzlich stützten zeitweise niedrige Windaufkommen und witterungsbedingte Nachfrageeffekte die Strompreise.
Gegen Monatsende blieb die Terminstruktur im vorderen Bereich besonders sensitiv gegenüber Gas-, CO₂- und Wetterimpulsen. Während die Frontjahre von Versorgungs- und Brennstoffrisiken getragen wurden, blieb die längerfristige Kurve etwas flacher. Insgesamt ist der Markt weiterhin anfällig für kurzfristige Ausschläge, insbesondere bei Änderungen der Gasspeicherlage, LNG-Verfügbarkeit oder geopolitischen Nachrichten.
EEX GERMAN POWER FUTURE, Peak[€/MWh]
| Future | Cal-27 | Cal-28 | Cal-29 | Cal-30 | Cal-31 |
|---|---|---|---|---|---|
| 30.07.2026 | 109,88 | 92,93 | 84,09 | 79,33 | 78,21 |
| 28.08.2026 | 119,48 | 98,10 | 87,71 | 80,88 | 80,03 |
| Veränderung (prozentual) | +8,74% | +5,56% | +4,30% | +1,95% | +2,33% |
Gas
Der Gasterminmarkt blieb im August von der Speicherentwicklung, der globalen LNG-Verfügbarkeit und geopolitischen Risiken geprägt. Die europäischen Speicherstände stiegen zwar weiter an, lagen aber weiterhin deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt. Dadurch blieb eine Risikoprämie für die Winterversorgung bestehen. Gleichzeitig wirkten robuste LNG-Importe und zwischenzeitlich stabile norwegische Lieferungen preisbremsend.
Auf der Nachfrageseite sorgten hohe Temperaturen in Teilen Europas weiterhin für einen erhöhten Einsatz von Gaskraftwerken. Am Markt blieb die Frage zentral, ob die Einspeicherziele bis zum Beginn der Heizperiode ohne zusätzliche Preisaufschläge erreicht werden können. Entsprechend reagierten die Frontkontrakte weiterhin sensibel auf Speicher- und Wetterdaten.
Insgesamt zeigte sich der Gasmarkt fester als im Frühsommer, jedoch weniger dynamisch als während der starken Aufwärtsbewegung im Juli. Für die weitere Entwicklung bleiben insbesondere LNG-Flüsse nach Europa, Wartungen an Export- und Importinfrastruktur, asiatische Nachfrage, Wetterprognosen sowie die europäische Speicherfüllung entscheidend.
Gasspeicher-Füllstand Ende August 2026: ca. 65,1 % – weiterhin deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt; Einspeicherpfad bleibt für die Winterversorgung marktbestimmend.
EEX THE EGSI Natural Gas Future [€/MWh]
| Future | Cal-27 | Cal-28 | Cal-29 | Cal-30 | Cal-31 |
|---|---|---|---|---|---|
| 30.07.2026 | 43,603 | 31,382 | 26,735 | 25,175 | 25,407 |
| 28.08.2026 | 50,295 | 34,254 | 28,048 | 25,553 | 25,052 |
| Veränderung (prozentual) | +15,35% | +9,15% | +4,91% | +1,50% | -1,40% |
Spotmarkt
Strom
Der kurzfristige Strommarkt zeigte sich im August weiterhin sehr volatil. Der deutsche Day-Ahead-Spotmarkt lag im Monatsdurchschnitt bei rund 126,9 €/MWh arithmetisch bzw. rund 115,6 €/MWh volumengewichtet. Intraday-Notierungen lagen nochmals höher und verdeutlichen die weiterhin hohe kurzfristige Flexibilitäts- und Ausgleichsnachfrage.
Preistreibend wirkten insbesondere die sommerliche Wetterlage, hohe Lastspitzen in den Abendstunden, zeitweise niedrige Windstromeinspeisung sowie die Abhängigkeit von steuerbarer Erzeugung. Gleichzeitig führten hohe PV-Einspeisungen in einzelnen Mittagsstunden weiterhin zu sehr niedrigen bzw. zeitweise negativen Preisen, sodass die Spreizung zwischen günstigen Mittagsstunden und teuren Abendstunden ausgeprägt blieb.
Zusätzliche Volatilität ergab sich durch kurzfristige Prognoseabweichungen bei erneuerbaren Energien, eingeschränkte Flexibilität im konventionellen Kraftwerkspark und punktuelle Marktstörungen im Intraday-Auktionsumfeld. Für strukturierte Beschaffungsmodelle bleibt daher insbesondere die Lastverschiebung aus Hochpreisstunden sowie die Absicherung gegen Abend- und Dunkelflautenrisiken relevant.
EPEX Spot [€/MWh]
| Future | Juli/August |
|---|---|
| 30.07.2026 | 105,45 |
| 28.08.2026 | 126,89 |
| Veränderung (prozentual) | +20,33% |
Gas
Auch am kurzfristigen Gasmarkt blieb das Preisniveau im August deutlich erhöht. Für das deutsche Marktgebiet THE bewegten sich Day-Ahead-Spotpreise gegen Monatsende im Bereich von rund 66 bis 70 €/MWh; der Monatsdurchschnitt lag – abhängig von Betrachtung und Index – deutlich über dem Niveau des Frühsommers. Damit blieb der Spotmarkt eng mit der Speicherfüllung, LNG-Verfügbarkeit und dem kurzfristigen Kraftwerkseinsatz verbunden.
Preisstützend wirkten die weiterhin unterdurchschnittlichen europäischen Speicherstände, eine erhöhte Nachfrage aus dem Stromsektor sowie Risikoaufschläge im globalen LNG-Markt. Gleichzeitig begrenzten fortgesetzte Speicherinjektionen, robuste LNG-Anlandungen und phasenweise stabile norwegische Lieferungen stärkere Preisausschläge.
Für die weitere Entwicklung des Gas-Spotmarkts bleiben kurzfristige Wetterprognosen, LNG-Flüsse nach Europa, Wartungen an norwegischer Infrastruktur, asiatische LNG-Nachfrage sowie der Einspeicherfortschritt bis zur Heizperiode maßgeblich. Aufgrund der engen Kopplung zwischen Gas- und Strommarkt wirken Spotgaspreisänderungen weiterhin unmittelbar auf die Grenzkosten gasbasierter Stromerzeugung und damit auf die Strom-Spotpreise.
EPEX Spot [€/MWh]
| Future | Juli/August |
|---|---|
| 30.07.2026 | 53,37 |
| 28.08.2026 | 62,00 |
| Veränderung (prozentual) | +16,17% |
Marktumfeld
CO2-Emissionshandel
Der CO₂-Markt bewegte sich im August weiterhin volatil auf erhöhtem Niveau. Neben der Entwicklung der fossilen Stromerzeugung wirkten politische Erwartungen an die Weiterentwicklung des EU-Emissionshandels sowie die allgemeine Konjunktur- und Energienachfragesituation auf die Preisbildung. Höhere Brennstoffpreise und ein stärkerer Einsatz thermischer Kraftwerke stützten die Nachfrage nach Emissionszertifikaten.
Belastend wirkten dagegen die anhaltenden Unsicherheiten zur industriellen Nachfrage und die Sorge vor einer konjunkturellen Abkühlung. Insgesamt blieb der EUA-Markt eng mit der Entwicklung von Gas, Kohle und Strom verbunden und reagierte entsprechend sensibel auf Veränderungen im Brennstoffswitching.
Belastend wirkten dagegen zunehmende Sorgen über die wirtschaftlichen Auswirkungen hoher Energiepreise. Insgesamt überwogen jedoch die bullischen Faktoren, sodass der CO₂-Markt den Monat auf einem erhöhten Preisniveau beendete.
Kohle und Erdöl
Die Kohlepreise blieben im August durch den festen Brennstoffkomplex, logistische Einschränkungen und die Nachfrage aus dem Kraftwerkssektor unterstützt. Niedrige Pegelstände auf wichtigen Transportwegen sowie die anhaltende Unsicherheit über Gas- und LNG-Verfügbarkeit erhöhten zeitweise die Attraktivität von Kohle als Absicherungsoption in der Stromerzeugung.
Der Ölmarkt blieb im August stark von geopolitischen Risiken und Unsicherheiten im internationalen Schiffsverkehr geprägt. Die Lage rund um die Straße von Hormus sowie Einschränkungen bei Förder- und Exportmengen führten zu anhaltenden Risikoaufschlägen. Gleichzeitig dämpften Sorgen über eine schwächere globale Nachfrage das Aufwärtspotenzial.
Damit blieb das Marktumfeld für Öl zweigeteilt: Angebotsrisiken und geopolitische Prämien stützten die Preise, während Nachfrageunsicherheit und mögliche Entspannungssignale immer wieder zu Gegenbewegungen führten. Für die europäischen Energiemärkte bleibt Öl vor allem als Stimmungs- und Risikofaktor relevant.
Marktwerte
| 2026 | April 2026 | Mai 2026 | Juni 2026 | Juli 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Solar | 1,317 ct/kWh | 3,163 ct/kWh | 6,190 ct/kWh | 5,226 ct/kWh |
| Wind (Onshore) | 6,066 ct/kWh | 9,534 ct/kWh | 7,855 ct/kWh | 8,601 ct/kWh |
| EU-ETS - EEX - EUA Future [€/t] | Kohle – ICE – Coal API2 [$/t] | Erdöl - ICE - Brent Crude [$/bbl] | |
|---|---|---|---|
| Future | Dec-26 | Dec-26 | Dec-26 |
| 30.07.2026 | 81,30 | 125,40 | 81,73 |
| 28.08.2026 | 82,74 | 131,95 | 86,12 |
| Veränderung (prozentual) | +1,77% | +5,22% | +5,37% |
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